Der Mensch, ein Gedicht Gottes

Festtag zum 30jährigen Jubiläum der Biblisch Therapeutischen Seelsorge BTS

Welch wunderbarer Anlass, am 8. Juli Freunde und Mitarbeiter der BTS im Bibelheim Bethanien in Karlsbad zu begrüßen. Das war ein froher Festtag zum Jubiläum der Gründung der BTS, voller Dankbarkeit und herzlicher Gemeinschaft.

Thema des diesjährigen Jahrestags war nahe liegend: 30 Jahre Dienst am Menschen und unter dem Segen Gottes. Denn 1987 wurde die Biblisch Therapeutische Seelsorge als Seelsorge-netzwerk im deutschsprachigen Raum ins Leben gerufen. Viele Glückwünsche wurden jetzt gesandt, angefangen mit einem schriftlichen Grußwort von Reinhold Ruthe über persönliche Worte von Pastor Burghard Affeld aus Osnabrück, Prof. Jürgen Eilert, Dr. Hans-Ulrich Linke und von Dr. Norbert Lurz vom Kultusministerium Baden-Württemberg bis hin zu einem persönlichen Bekenntnis des Verlegers Friedrich Hänssler per Video.

Die BTS pflegt seit vielen Jahrzehnten eine herzliche Verbun­den­heit zum Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen. So hielt Dr. Uwe Rechberger als dortiger Studienleiter den Hauptvortrag zum Thema „Von der Erschöpfung zurück zur Schöpfung“. Er zeigte die seelsorgerliche Kraft, die man aus der biblischen Schöpfungs­geschichte ziehen kann. Sehr anschaulich und lebendig verdeutlichte Dr. Rechberger, dass der Mensch ein Gedicht Gottes ist. Während in altägyptischer Vorstellung allein der Pharao eine Ebenbildlichkeit mit Gott für sich bean-spruchen konnte, versetzt die Bibel jeden Menschen in diesen ebenbildlichen, königlichen Stand. So legt Gott Würde und Schönheit schöpfungsgemäß in allen Menschen an. Daher sind wir zur Wertschätzung anderer Menschen verpflichtet und zur Ehre und Verherrlichung Gottes berufen. Und mehr noch: wir können uns aus der Erschöpfung unserer Tage wieder erholen, wenn wir zum ganzheitlichen Menschenbild – so wie uns Gott als nefesh in Gen 2,7 erschaffen hat – zurückkehren. Hier liegen große Ressourcen, denn Gott hat das alles sehr gut gemacht.

Anschließend wurde in einem Workshop eine Auswahl von 5 Therapieschulen vor dem Hintergrund des BTS-Metakonzepts der Allgemeinen Beratung Psychotherapie und Seelsorge ABPS vorgestellt. Florian Mehring MSc, BTS-Berater aus Wuppertal, moderierte in wohltuend lockerer Souveränität und analysierte mit den Referenten die einzelnen Wirkfaktoren der Therapieschulen.

Einen Rückblick auf 30 Jahre gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung wagte Prof. Dieterich. Die Bedeutung dieser Entwicklungen für die Seelsorgeland­schaft in Deutschland wurde deutlich. Dabei gelang Prof. Dieterich nicht nur eine aktuelle Standortbestimmung, sondern auch ein hochinteressanter Ausblick auf zukünftige fachliche Themen und Herausforderungen. Eine Welt, die zunehmend „transreligiös“ wird, d.h. eine Welt in der alle Religionen und Strömungen beliebig miteinander gemischt werden – alles gleich gültig und gleichgültig wird – braucht mehr denn je das klare Wort von Jesus Christus. Menschen erfahren im Blick auf den Herrn des Lebens Kraft und Aufrichtung. Vergebung und Gnade sind zentrale Prinzipien eines Neuanfangs in Christus. Dabei ist das Kreuz das verbindende, Hoffnung stiftende und kraftvolle Element aller Seelsorgebewegungen, die sich auf Christus gründen. Und so betrachtet wird der Mensch ein Gedicht Gottes und Gott dichtet in unser Leben:

„Wenn Gott dichtet… dann wird aus Staub vom Ackerboden ein Mensch in Liebe geformt.“

Und wenn Gott dichtet… dann wird aus einem gewöhnlichen Tag ein froher Festtag in der Gegenwart Gottes!

Rüdiger Marmulla